VERHALTENSKORREKTUR

Nando macht alle wahnsinnig. Er ist ein großer Bernhardiner und etwa ein Jahr alt. Immer wenn Besucher kommen, springt er an ihnen hoch. Das ist nicht nur den Besuchern, sondern auch dem Halter sehr unangenehm: vor allem, wenn Nando fünf Minuten vorher im Garten Löcher gebuddelt hat und den Schmutz auf den Kleidern der Besucher abstreift. Die Besucher kommen mit dreckiger Hose nach Hause und Nando bekommt Ärger. Was er nicht wirklich versteht. Als er noch klein war, fanden das seine Besitzer nämlich richtig niedlich. Er wurde sogar gestreichelt, wenn er jemanden ansprang. Und nun? Seit ein paar Tagen sperrt ihn sein Herrchen tatsächlich weg, wenn Besuch kommt. Ob er so lernt, dass er nicht an Menschen hochspringen darf? Wohl kaum. Er lernt nur: Wenn Besuch kommt, werde ich weggesperrt. Das ist für den Hund frustrierend. Das hat Nandos Halter leider nicht bedacht.

Ein Hund ist kein Kind, das Wörter verstehen kann, sondern verknüpft Situationen logisch. In diesem Fall lernt der Hund: Wenn Besuch kommt, muss ich allein sein. Somit ergibt sich eine negative Einstellung zum Besuch. Wie der jeweilige Hund darauf reagiert, ist verschieden. Eines ist sicher: Kein Hund verbindet mit Wegsperren etwas Positives.

Verhaltenskorrektur heißt also nicht nur, Fehler im Verhalten des Hundes zu suchen und abzustellen, sondern auch die des Halters. Ungehöriges oder ungewolltes Verhalten ist beim Hund meistens antrainiert. In bestimmten Situationen hat der Halter falsch reagiert - und der Hund hat sich das gemerkt. Das Gute ist: Verhalten ist durch gezieltes Training korrigierbar. Auch Sie können Ihren Hund so konditionieren, dass er kein unerwünschtes Verhalten mehr zeigt. Sowohl zu Hause als auch beim Spazierengehen.

Sie als Halter müssen nur lernen, die Zeichen, die Ihr Hund gibt, richtig zu deuten und zu verstehen - um dann auch richtig agieren zu können. Ihr Verhalten sollte den Hund nicht verunsichern oder irritieren, sondern immer konsequent und gleich sein. Sie sollten sich dabei bewusst machen, dass Ihr Vierbeiner kein Ersatzpartner oder Ersatzkind ist, sondern immer noch ein Hund. Manche Halter haben Angst, die Gefühle ihres Hundes zu verletzen. Streichen Sie diese Angst. Hunde fühlen nicht wie Menschen. Hunde tragen auch nichts nach. Beobachten Sie dazu am besten, wie Hunde miteinander umgehen: Sie maßregeln sich auch gegenseitig - ohne dass ein Hund dem anderen etwas nachträgt.

Unsere Hundetrainer unterstützen Nando und seinen Halter dabei, Verhaltensweisen zu ändern. Gerne helfen wir auch Ihnen, kritische Situationen mit Ihrem Hund zu analysieren. Trainieren Sie in der Hundeschule "Freund und Hund" einen artgerechten Umgang mit Ihrem Vierbeiner. Solange Sie die nötige Energie aufbringen, mit Ihrem Hund zu arbeiten, ist die Aussicht auf Erfolg groß.